«ex-positions»
Kollektivausstellung «Spuren / Traces 03»
Edition 2003
5. - 28. September 03

Paul Almasy, Soeurs dans la cour de St Vincnet-de-Paul

19. August – 28. September 2003

Kollektivausstellung «Spuren / Traces 03»

Die Spur ist ein grundlegendes fotografisches Thema. Die Fotografie zeichnet die Wirklichkeit auf einem fotografischen Film ab. Dabei wird Wirklichkeit mit einem chemisch-physikalischen Verfahren «entwickelt». Die Aufzeichnung der Wirklichkeit kann entweder möglichst «spurgetreu» und objektiv erfolgen oder aber so nachbearbeitet werden, dass der Eindruck entsteht, das Bild habe nichts mehr mit der ursprünglichen Wirklichkeit zu tun. So oder so: Die Fotografie hält Wirklichkeits-Spuren fest.

Das Thema «Abdruck der Wirklichkeit» ist eng mit jenem der Zeitlichkeit / Vergänglichkeit verknüpft. Die Fotografie stellt eine Beziehung her zu einer Zeit, die vergangen ist. Sie wird zum Echo einer Präsenz, die einmal war. Sie schlägt eine Brücke zwischen dem Damals und dem Jetzt und kristallisiert einen bestimmten Moment heraus, ein Da-Sein. Mit diesem Verweis auf eine Identität und dieser Beziehung zwischen Spurlegen und Spurlesen hat sich Roland Barthes eingehend auseinandergesetzt. Barthes hat dafür den Begriff des «ça-a-été» (das-ist-gewesen) geprägt. Die Fotografie bannt Flüchtiges, sich Veränderndes und stellt eine Dauerhaftigkeit des Vergänglichen her. Sie sichert das ikonographische Überleben des Sujets, auf das sie verweist. Indem sie das Vergänglichematerialisiert, wird sie gleichzeitig zu dessen Erinnerung und Spiegel.

Die gezeigten Fotografien wurden von den Bieler Fototagen aus dem Fundus der Bieler Fotosammlung ausgewählt. Die städtische Kunstkommission tätigt regelmässig Ankäufe und vergrössert so die Sammlung. Sie erwirbt einerseits Bilder von Fotografen aus der Region (und übernimmt dabei die Rolle einer Promotorin), andererseits kauft sie Bilder von Bieler Kulturinstitutionen an, welche die lokale Bieler Geschichte fotografisch dokumentieren.

Angesichts dieser Ausgangslage haben sich die Bieler Fototage dazu entschlossen, der Fotografin Marguerite Courvoisier (1896 – 1990) eine Ausstellung zu widmen. Marguerite Courvoisier hat in ihrem Atelier eine Serie von Bildern kreiert, die sich mit dem Begriffspaar Nähe – Distanz auseinandersetzen. Mitglieder ihrer Familie waren dabei ihre bevorzugten Modelle. Die Bilderserie ist geprägt von einer malerischen Ästhetik, wie sie zu jener Zeit in der Fotografie beliebt war. Die dreizehn Fotografien aus der städtischen Bieler Sammlung werden ergänzt durch Aufnahmen aus dem Fundus des Bieler Kunstvereins und einer privaten Sammlung. Die Ausstellung – so etwas wie eine Hommage an die Bieler Fotografin – wird im Centre PasquArt gezeigt.

Das Museum Neuhaus zeigt in seinen Räumlichkeiten Fotografien aus der städtischen Sammlung, welche um das Thema Spuren der Zeit und Bewegung kreisen. Die Geschwindigkeit ist eine der herausragendsten Errungenschaften der industriellen Entwicklung. Als logische Reaktion darauf haben die Fotografinnen und Fotografen jener Zeit den Versuch unternommen, die Raum-Zeit-Dimension neu auszuloten. Viele setzten sich fasziniert mit der Möglichkeit auseinander, dynamische Prozesse mit den Mitteln der Fotografie «einzufrieren». Zahlreiche Bilder aus der städtischen Kollektion zeugen von der Auseinandersetzung der damaligen Fotografie mit Tempo resp. Stillstand. Die Bieler Fototage widmen sich in drei Sälen des Museums Neuhaus auf spielerische Weise den Ausdrucks- und Erscheinungsformen der Bewegung – dem Gehen, dem Tanzen und der Fortbewegung per Auto oder Flugzeug – und zeichnen dabei Zeit- und Kopfreisen nach.

Es werden Fotografien gezeigt von: Paul Almasy, Margrit und Ernst Baumann, Hans Baumgartner, Fred Boissonas, Jürg Bühler, Luc Chessex, Jeanne Chevalier, Dany Ginoux, Tiziana de Silvestro, Yves Leresche, Dolores Marat, Peter Maurer, Anita Niesz (Volland), Muriel Oleson.

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Vernissage
Dienstag, 19. August 2003 ab 18 Uhr
Centre PasquArt, Seevorstadt 71-75, Biel
Eintritt frei